
FOOTBALL UNDER COVER
D 2008, 86min, Dt./Farsi/Engl OmU
Regie: Ayat Najafi und David Assmann
ab. 21. NOVEMBER 2008 exklusiv im TOP KINO Wien
PREISE (Auswahl)
Teddy Award "bester Dokumentarfilm" - Int. Filmfestspiele Berlin 2008
VolkswagenTeddy Publikumspreis - Int. Filmfestspiele Berlin 2008
Publikumspreis - Pink Apple Film Festival 2008
Publikumswahl - Friedensfilmpreis 2008
Freedom Award - Outfest Los Angeles 2008
Teheran im April 2006. Vor
mehr als tausend jubelnden Frauen findet das erste offizielle
Fußballspiel zwischen der Frauennationalelf des Iran und dem BSV
Al-Dersimspor - einem Berliner Mädchenbezirksteam - statt. Alle Frauen
spielen im traditionellen Tschador, Männern ist der Besuch des Spiels
"aus Sittlichkeitsgründen" untersagt. Aber auch die Tugendwächterinnen
im Stadion können nicht verhindern, daß nach 90 Minuten auf den
Tribünen ausgelassen gesungen, getanzt und gefeiert wird.
FOOTBALL UNDER COVER
ist die Vorgeschichte und Geschichte eines Fußballspiels, das viel mehr
ist als ein einfaches sportliches Ereignis. Die Kreuzberger
Fußballerinnen sind ein ziemlich lustiger Haufen, viele stammen selbst
aus muslimischen Familien, aber die Regeln, an die sich ihre iranischen
„Gegnerinnen“ halten (müssen), sind ihnen ziemlich fremd und
unverständlich. Unpraktisch sei es schon, mit dem Kopftuch und im
Gewand zu spielen, sagt Susu, die Stürmerin mit den flotten Sprüchen,
aber es geht.
Das Spiel wird wiederholt
verschoben, und es findet auch nicht wie geplant im größten
Fußballstadion Asiens statt, aber die kickenden Girrrls lassen sich nicht
kleinkriegen. Am Ende ist ein Stück Gerechtigkeit und Selbstbestimmung
erreicht und außerdem wird klar: Veränderung ist möglich. GIRLS RULE!
PRESSESTIMMEN
„Ein Film zum Lachen, ein Film zum Weinen! Eine Geschichte, wie gemacht für die Leinwand.“ Die Welt
„Kreuzberg
gegen Teheran. Die mitreißende Doku ''FOOTBALL UNDER COVER'' zeigt, wie
Sport und Kultur die Politik überlisten können.“ Tagesspiegel
„Ein umwerfender Film“ Neue Zürcher Zeitung
FOOTBALL UNDER COVER
D 2008, 86min, OmU
TOP KINO Wien
1060, Rahlgasse 1 (Ecke Theobaldgasse)
täglich um 19 Uhr
www.topkino.at

Ein Film von Ulrike Ottinger
A/D 2007, 35mm, 104 Min.
OmeU
Gäste
Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer, Ursula Storch, Werner Schwarz und Veruschka
Erzähler
Peter Fitz
Mit betörenden Bildern verwandelt Ulrike Ottingers Film Prater den beliebten Wiener Ort der Sensationen in ein Kinoerlebnis. Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Wir begegnen den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete. Wir treffen die Besitzer des Schweizerhauses, Manager eines gastronomischen Spitzenbetriebs, deren Vorgänger kaiserliche Jagdtreiber waren, oder den Prater-Heinzi, der pfleglich ausgemusterte Illusionsmaschinen repariert. Zusammen mit den Praterbesuchern von früher und heute reisen wir, ohne uns von der Stelle zu bewegen: Wien verwandelt sich in Klein-Venedig mit Kanälen, Rialtobrücke und Dogenpalast. Von hier aus kann man Postkarten in alle Welt verschicken. Und über all dies trägt uns das Riesenrad und bietet uns den Blick über die Dächer von Wien.
Bei Tag gehört der Prater den Kindern und Familien. Mit strahlenden Augen sitzen die Kleinen in Miniaturautos und vor dem Kasperltheater. Der Abend zieht magisch die Jugendlichen an und alle, die jung geblieben sind. Dann verwandelt sich der Tanztee in eine wilde Disco einsamer Herzen. Teenager zeigen mit abenteuerlicher Akrobatik zu osteuropäischen Raprhythmen, dass keine Zentrifugalkraft sie aus dem Gleichgewicht bringen kann. Eine Jugendgang beweist sich am "Watschenmann". Und über allem glitzern in bunten Farben die leuchtenden Achterbahnen. Ejection Seats, Karussells und Autoscooter machen den Sternen am Nachthimmel Konkurrenz. Wirklichkeit und Illusion, Vergangenheit und Gegenwart: Hier geben sie sich ein fulminantes Stelldichein.
Ulrike Ottingers Film Prater taucht mit seinen atemberaubenden
Bildern jeden Kinogänger in sein eigenes Universum der Wünsche und
Sensationen. Er verbindet die Kulturgeschichte des ältesten
Vergnügungsparks der Welt mit brillanten Einblicken in die
Wandelbarkeit der technischen Attraktionen. Zugleich erzählt er von
Menschen, für die der Prater Ort der Unterhaltung, der Erinnerung oder
ganz einfach Lebensmittelpunkt ist. Der Wiener Prater ist eine
Wunschmaschine. Mit der neuesten Raumfahrttechnik lässt man sich in den
Himmel schießen und in der Geisterbahn trifft man die Monster der
Kinogeschichte. Die Wiese (Pratum) - früher Jagdrevier des Kaisers -
ist heute Spielwiese für jedermann. Der Sprung durch Raum und Zeit:
Hier ist er möglich.
Mehr zum Film: www.prater-derfilm.at

CHILDREN OF THE PROPHET
Einen Blick unter die Oberfläche der iranischen Gesellschaft.
Regie: Sudabeh Mortezai
A 2006
Sudabeh Mortezais Debütfilm begleitet vier Gruppen von Protagonisten in Tehran während des shiitischen Trauerfests Moharram, bei dem alljährlich dem Märtyrertod von Imam Hossein, dem Enkelsohns des Propheten Mohammad gedacht wird .Vom Alltag über die Vorbereitungen bis zum großen Höhepunkt des Festes erleben wir jeden Teil der Rituale durch den persönlichen Zugang der jeweiligen ProtagonistInnen. So bietet der Film einen ungewohnt intimen und überraschenden Einblick in eine islamische Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne.
CHILDREN OF THE PROPHET hatte auf der IDFA 2006 in Amsterdam seine Weltpremiere und ist derzeit im Top Kino zu sehen.
Rituale im Wandel - Über das Leben hinter den Iran-Klischees: Sudabeh Mortezais Dokumentarfilm "Children of the Prophet"
Gründe dafür, das Trauerfest Moharram im Iran zu begehen, gibt es viele. Im Westen wird das Großereignis, das den wichtigsten schiitischen Märtyrer, Imam Hossein, würdigt, allerdings vor allem mit religiösem Fundamentalismus gleichgesetzt.
Die iranisch-österreichische Filmemacherin Sudabeh Mortezai tritt mit ihrem Dokumentarfilm "Children of the Prophet" nun an, diese verkürzte Wahrnehmung – stellvertretend für manch andere, den Iran betreffende – zu widerlegen: Anhand mehrerer Protagonisten, die dem Fest diverse – und nicht unbedingt streng religiöse – Funktionen abgewinnen, öffnet sie ein soziales Spektrum des Landes, zu dem modebewusste Frauen, die ihre Wohnungen als Boutiquen nützen, genauso gehören wie struppig frisierte Jungs, für die die Festtage eine erweiterte Flirtzone darstellen.
Parallel dazu sind aber auch durchaus traditionellere Praktiken und Rituale – etwa Geißelungen – zu sehen, denen Mortezai mit derselben Unvoreingenommenheit begegnet: ein sehenswerter Film über das Leben hinter den Klischees. (Dominik Kamalzadeh in DER STANDARD, 24.5.07)
Mehr zum Film: www.childrenoftheprophet.com